"Immer auf’s Neue: die richtigen Personen finden!"

Jahr für Jahr mit den vorhandenen Mitteln die beste Wirkung erzielen: Wie schafft man das? Im Jahr des 50. Arbeitsjubiläums der VolkswagenStiftung ein Gespräch mit Generalsekretär Dr. Wilhelm Krull.

Herr Krull, wenn man nach dem größten Erfolg der Stiftung fragt, antworten immer noch viele: 1972, „Die Grenzen des Wachstums“. Ist das so ein Erfolg, der alles überstrahlt?
Unter dem Aspekt der Öffentlichkeitswirkung sicherlich. Das Buch wurde schließlich in 37 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. Ich möchte aber bezweifeln, dass das ansonsten so gesehen wird. Der größte Erfolg der Stiftung liegt nicht in einer Einzelmaßnahme. Für mich ist beispielsweise weit bedeutender, dass sich Tausende von Nachwuchswissen­schaftlern durch die Förderung der Stiftung weiter qualifizieren konnten – und so oft zu Führungskräften in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft geworden sind. Bedeutende Erfolge feierte die Stiftung auch, in dem sie – insbesondere für die Wissenschaft hierzulande – zeitig und weit vor anderen Forschungsfelder identifizierte und öffnete, deren Relevanz erst später sichtbar werden sollte: beispielsweise in den ersten beiden Jahrzehnten die „Neue Biologie“, später etwa die „Mikrocharakterisierung von Werkstoffen“, die Forschung an Einzelmolekülen oder jüngst das Engagement in der Evolutionsbiologie sowie verschiedene Angebote für die Geisteswissenschaften. Zu nennen sind gleichermaßen die strukturellen Reformprozesse im Hochschulbereich, die die Stiftung insbesondere seit Mitte der 1990er Jahre verstärkt angestoßen hat. Schon immer war sie des Weiteren erfolgreich darin, die deutsche Wissenschaft dabei zu unterstützen, ihre internationalen Beziehungen auszubauen und zu vertiefen. Und generell hat die Stiftung stets ausgezeichnet, dass sie schnell und flexibel gehandelt hat – was dann ja im Grunde jedem Geförderten zugute kommt.
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Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung
Die Stiftung sagt von sich, sie fördere die Besten der Besten, die klügsten Köpfe: Lässt sich das überhaupt bei der Auswahl so schnell erkennen? Wie sichert man das?
Wir sichern den Prozess durch ein mehrstufiges Antrags- und Auswahl­verfahren mit exzellenten Wissenschaftlern aus aller Welt als Gutachter. Insbesondere in der letzten Bewerberrunde, wenn die Antragsteller ihr Vorhaben persönlich präsentieren und sich den kritischen Nachfragen der Jury stellen müssen, lässt sich klar erkennen, ob Projektidee und -ziele tragen und diese Person sie auch realisieren kann. Natürlich geht es darum zu schauen, wie der wissenschaftliche Gehalt eines Vorhabens ist, was der Antragsteller bisher geleistet, was er veröffentlich hat und wo. Aber es geht auch darum zu erkennen, wie originell und risikobereit jemand in seiner Herangehensweise ist, wie kreativ und neugierig, ob er wirklich Lust hat, unbekanntes Terrain zu betreten und mit Entdeckerfreude bei der Sache ist. Dafür entwickelt man schon ein gutes Gespür.

Kann man wirklich sicher sein, dass nicht vielleicht doch exzellente Wissenschaftler, die sich nur nicht so gut präsentieren können oder einfach einen schlechten Tag haben, durchs Raster fallen?
Die wirklichen Talente erkennt man eigentlich immer, auf jeder Karrierestufe. „You recognize it, when you see it“, versichern uns auch die Gutachter: Die Spreu trennt sich meist da vom Weizen, wo sich destilliert, ob jemand über eine durchaus exzellente fachliche Spezialisierung hinaus eine sichere, breite und fundierte Urteilsfähigkeit als Wissenschaftler besitzt – und eben dies lässt sich in aller Regel während der persönlichen Vorstellung erkennen. Das heißt auch: Nicht jene mit den besten fachlichen Noten sind zwangsläufig die in unserem Sinne Besten – wobei natürlich die spezialistische Kompetenz nie außer Acht bleiben darf. Die muss bereits in Phase eins des Auswahlprozesses ihre Prüfung bestehen, in der schriftlichen Begutachtung. Darüber hinaus muss man den Bewertungsstilen der unterschiedlichen Fächerkulturen Rechnung tragen: So gibt es in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften eine viel kritischere Begleitung der Kollegen untereinander. Ein einzelnes, klar negatives Votum in der schriftlichen Begutachtung muss hier nicht gleich ein klares „Aus“ für den Antrag bedeuten – anders als in aller Regel bei den Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Die Stiftung investiert viel Kraft und Zeit in die Auswahl der besten Vorhaben, während der Laufzeit lässt sie sich dann jährliche Zwischen- und einen Abschlussbericht vorlegen. Muss es bei all dem Aufwand zu Beginn nicht gleichsam komplementär im Projektverlauf ein intensiveres Monitoring geben – um vielleicht mal mittendrin die Reißleine ziehen zu können, wenn ein in der Begutachtung herausragendes Vorhaben absolut nicht hält, was es versprach?
Unser Ziel ist zunächst einmal auch im Verlauf eines Projekts immer Optimierung, nicht Unterbrechung. Denn das träfe ja zumeist den wissenschaftlichen Nachwuchs. Aufgrund der wirklich exzellenten Begutachtungsrunden vorab gibt es solche Fälle des unerwarteten Scheiterns zum Glück nur sehr selten; dennoch ist gerade das ein Grund, warum die Stiftung die sogenannten Ex-ante-Verfahren immer wieder optimiert. Da kann man am meisten falsch machen. Zudem reichen uns schriftliche Berichte während des Projektverlaufs längst nicht mehr. Die die Vorhaben betreuenden Förderreferenten sind häufig bei den Wissenschaftlern vor Ort: Sie beraten, lassen sich berichten, schauen kritisch in die Details.
Des Weiteren bildet die Stiftung seit gut einem Jahr mit einer neuen Teamstruktur in der Förderung auch organisationsintern stärker ab, was es an Herausforderungen in der Wissenschaftsförderung zu meistern gilt. Ein wichtiges Steuerungselement sind zudem unsere Statussymposien; dort kommen alle in einer Initiative Geförderten spätestens zwei Jahre nach Projektbeginn zusammen, um – flankiert von Gastvorträgen international renommierter Forscher – ihre Arbeit vorzustellen. Meist wird sofort klar, welche Vorhaben besser laufen als andere. Auch die anwesende internationale Exzellenz des jeweiligen Forschungsfeldes gibt uns detaillierte Rückmeldungen, die uns dann bei dem einen oder anderen durchaus mal genauer hinschauen lassen …

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Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung
Da klingt bereits das Thema „Evaluation“ an, seit mehreren Jahren ein wichtiger Bestandteil des Qualitätssicherungskonzepts der VolkswagenStiftung. Bislang liegt das Augenmerk vor allem auf der Ebene der einzelnen Förderinitiative und erfasst deren gesamte Verlaufsgeschichte. Für das Jubiläumsjahr steht nun darüber hinaus die „Gesamtevaluation“ des Stiftungshandelns an? Lässt sich sagen, dass Empfehlungen vorliegender Evaluationen auch umgesetzt wurden?
Man muss hier unterscheiden. Mit dem Instrument der „Midterm-Evaluationen“ werden Förderinitiativen hinsichtlich ihres Verlaufs bewertet: von der Einrichtung über die Phase der Betreuung und des Monitorings bis hin zu der Frage nach dem Zeitpunkt ihrer Beendigung. Das Interesse gilt dabei den genutzten Förder- und Begutachtungskriterien ebenso wie den bis dato erzielten Wirkungen und Ergebnissen. Auf dieser Basis wird dem Kuratorium ein Vorschlag unterbreitet, ob und gegebenenfalls in welcher Form die betreffende Förderinitiative weitergeführt werden soll. Hier kann es durchaus zu einer Beendigung des Angebots kommen – in den meisten Fällen stehen aber zumindest Nachjustierungen an. Das kann bis hin zur Streichung oder Neuaufnahme einzelner Fördermodule gehen. Das heißt: Hier erhält eine Förderinitiative vielleicht ein ganzes Face-Lifting, da wird lediglich die Frisur geändert – und dort womöglich nur ein anderer Lippenstift aufgelegt. „Ex-post-Evaluationen“ demgegenüber dienen zum einen dazu, nach deren Beendigung Rechenschaft über eine Initiative als Ganzes abzulegen – von Details bis hin zu den eingesetzten Mitteln und Ressourcen. Zum anderen aber zielen sie darauf ab, aus den Befunden für die künftige Fördertätig­keit als solche zu lernen – vor allem mit Blick auf die konzeptionelle Entwicklung und Ausgestaltung neuer Initiativen und des Förderportfolios insgesamt. Auch hier kann es ganz spezifische Empfehlungen geben, die dann in das künftige Förderhandeln der Stiftung eingehen. Ein Beispiel ist die „familienfreundliche Mittelbewirtschaftung“, die in den vergangenen Jahren insbesondere in unsere personenbezogene Förderung breit Einzug gehalten hat. Oder auch, dass die Stiftung den Projektbeteiligten inzwischen eine möglichst problemlose Mittelumschichtung innerhalb ihrer Vorhaben ermöglicht. Und letztlich ist es im Nachhinein immer wichtig zu erfahren, ob man Jahre zuvor das richtige Feld besetzt hat – denn sich für eines zu entscheiden, heißt bei begrenzten Mitteln zugleich, ein halbes Dutzend andere nicht zu fördern. Von dem stets international besetzten Evaluationspanel aus hochkarätigen Experten wollen wir also wissen: Tun wir das Richtige, und: Tun wir das auch richtig? Hat gerade dieses Engagement die Wissenschaft in Deutschland vorangebracht? Dass bei den bisher evaluierten Initiativen zumeist ein hoher Anteil des geförderten wissenschaftlichen Nachwuchses einen Ruf auf eine Professur erhielt, ist ein mehr als guter Hinweis, dass dem so ist.

Sie attestieren der Stiftung also, dass sie eine lernende Institution ist?
Ja, ohne Zweifel. Es zeigt sich auch immer wieder, dass sich jenseits der konkreten Empfehlungen aus dem jeweiligen Evaluationsprozess ein direkter Nutzen für die Stiftung selbst ableiten lässt. So fordern etwa die kritische Reflexion bei der Erstellung interner Stellungnahmen oder nicht zuletzt gerade die Diskussionen der Stiftungsmitarbeiter mit dem Evaluationspanel stets auch den Einzelnen als unmittelbar Lernenden heraus. Da kommt halt jemand von außen, schaut mit seiner Expertise unbeteiligt auf die Sache, stellt vielleicht unerwartete Fragen und trifft eine Einschätzung, die manchmal mehr, dann und wann aber auch nur weniger mit der eigenen internen Sicht deckungsgleich ist. Das will dann erst mal reflektiert werden. Aber es gelingt. Und somit ist letztlich der konstruktive Umgang mit kritischen Urteilen externer Experten ein Lernprozess, der den selbstkritischen Blick der Stiftung und ihrer Mitarbeiter geschärft hat und weiterhin schärfen wird.

Mit dem, was Sie tut, will die Stiftung ja größtmögliche Wirkung erzielen. Ein aktuelles Beispiel ist sicher Opus Primum, der Preis für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation des Jahres, der zudem gemeinsam mit dem NDR verliehen wird. Ein Weg für die Zukunft?
Ausgezeichnet wird mit „Opus Primum“ eine deutschsprachige Publikation von hoher wissenschaftlicher Qualität, die gut lesbar geschrieben und einem breiteren Publikum verständlich ist. Erster Preisträger war im Oktober 2011 der Göttinger Politikwissenschaftler Robert Lorenz; prämiert wurde seine packende Analyse des Beginns der ersten Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland. Diese Auszeichnung fand großes Echo – und sie ist eine wirklich wertvolle. Denn hier wird ja letztlich belohnt, wenn sich Wissenschaft aus sich heraus auf neue, spannende und mitreißende Art in Beziehung zur Öffentlichkeit setzt. Das ist ein gutes Beispiel für größtmögliche Wirkung auf gleich mehreren Ebenen – für die Stiftung, den Preisträger, die Wissenschaftsförderung und das wertvolle Feld der Wissenschaftskommunikation als solches. Wenn Sie sich die zehn Titel anschauen, die in der engeren Wahl waren: Allein vom Thema her und wie es angegangen ist, würden Sie die am liebsten alle gleich lesen wollen. Man darf nicht vergessen, dass das Produkte sind, die von sich aus so entstanden sind – eben einfach gut und gehaltvoll geschriebene Doktorarbeiten, dabei in der Darstellung überaus gelungen. Es ist auch für uns als Stiftung sehr interessant zu beobachten, was sich gerade bei jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in dieser Richtung tut. Im Übrigen lassen sich viele Beispiele finden für übergreifende Wirkung, die die Stiftung mit ihrem Engagement erzielt hat: Das gilt mit Blick auf die jeweilige Zielgruppe für nahezu jede Förderinitiative – und jenseits der reinen Wissenschaftsszene wird das deutlich sichtbar etwa bei der 2002 auf den Weg gebrachten Ausstellung „science & fiction“ oder dem Ideenwettbewerb „Evolution heute“ zum Darwin-Jahr. Opus Primum ist da fast die logische Fortsetzung in der Reihe, sehr gute Wissenschaft auch packend und verständlich zu vermitteln.

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Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung
Allerdings droht ja die Gefahr, dass für solches Engagement künftig weniger Zeit bleibt. Wissenschaftler an den Hochschulen haben neben ihrer Forschungstätigkeit mehr und mehr andere Aufgaben zu bewältigen: Lehre vor Hunderten – und gerade derzeit mehr und mehr – Studierender, teils umfassendes Engagement in der universitären Selbstverwaltung sowie im Kontext der Exzellenzinitiative, zudem bei Begutachtungs- und Evaluationsverfahren; das alles begleitet von dem Druck, Mittel zunehmend auch auf EU-Ebene einzuwerben – die Liste ließe sich fortsetzen …
Sie sprechen das Thema Überlastung an. Das Wissenschaftssystem insgesamt steht in der Tat hierzulande vor großen Herausforderungen, die nehmen aktuell eher noch zu. Das wird bei dem alles dominierenden Thema Exzellenzinitiative gern übersehen. Letztlich sind die Hochschulen nach wie vor chronisch unterfinanziert bei einer gleichzeitig nahezu zementierten schlechten Betreuungsrelation; trotz hoher Studierendenzahlen stehen Einrichtungen vielerorts vor realen Kürzungen. Es ist ein unbefriedigender, ein unhaltbarer Zustand! Und das zerreist förmlich viele an den Hochschulen Beschäftigte.
Als spezielles Problem gilt es darüber hinaus zu lösen, dass sich hierzulande immer noch zu wenig junge Menschen für die MINT-Fächer, für Mathematik, Ingenieur-, Naturwissen­schaften und Technik interessieren – insbesondere Frauen müssen hierfür gewonnen werden. Deutschland und Europa fallen sonst international zurück; an der Relation der Publikationen verglichen etwa mit dem, was aus China beziehungsweise Asien kommt, deutet sich das jetzt schon an. Die Hochschulen sollten zudem mehr erkennen, wo sie im gesamtgesellschaftlichen System ihre Stärken haben. Dort werden viele Meinungsbildner ausgebildet, dort diskutiert man fundiert Lösungen für die Probleme der Gegenwart und der Zukunft; dort treffen so viele Menschen unterschiedlicher Nationen zusammen, dass hier der Boden für interkulturelle, ja dringend erforderliche kosmopolitische Kompetenzentwicklung bereitet werden muss.

Können denn nicht Stiftungen verstärkt dort einspringen, wo öffentliche Mittel nicht fließen wollen?
Stiftungen können, sollen und wollen nicht dort einspringen, wo der Staat nicht mehr will! Allerdings muss von der „anderen Seite“ aus, von den Hochschulen, ein Mentalitätswandel stattfinden – und zwar derart, dass man sich ergänzend mehr um private Unterstützung bemüht. Wenn man es richtig – und dabei natürlich immer seriös – angeht, kann man sehr wohl auch erfolgreich an die Verantwortung des einzelnen Bürgers appellieren, sich für das Wissenschaftssystem zu engagieren. Da gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten auf beiden Seiten. Dass bürgerschaftliches, zivilgesellschaftliches Engagement derzeit zunimmt, ist klar zu beobachten. Und das gilt es zu nutzen: Eher heute als morgen müssen sich Universitäten mit langem Atem auf den Weg machen, Freunde, Förderer und Institutionen für sich und ihre Vorhaben zu gewinnen. Wie sich in Niedersachsen und vereinzelt auch anderswo zeigt, kann übrigens die Rechtsform der Stiftung sehr dabei helfen, solches Vertrauen aufzubauen und Engagement zu binden.

Die VolkswagenStiftung engagiert sich mit dem Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen in bislang ungewohntem Maß an ihrem Sitzort Hannover. Die öffentliche Meinung gibt ihr dabei Recht – und auch die Abstimmung mit den Füßen. Denn die Gesprächsforen in Herrenhausen, immerhin gleich eine ganze Reihe neuer Veranstaltungsformate mit Terminen Schlag auf Schlag, sind gut gefüllt, praktisch immer ausgebucht. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg von „Null auf hundert“ – lange, bevor das Schloss überhaupt steht?
Es zeigt sich auch hier wieder, dass es einen großen, nicht gesättigten Bedarf an der Schnittstelle Wissenschaft, Öffentlichkeit und Gesellschaft gibt, an gleichermaßen seriös wie packend vermitteltem Wissen. Vielleicht war die Lücke in Hannover besonders groß. Aber generell kann man wohl sagen, dass viele Menschen hungrig sind danach, Neues zu erfahren, staunen zu können, sich überraschen zu lassen. Das Schloss mit dem Tagungszentrum wird dafür einen tollen Rahmen bilden. Dass die Veranstaltungen jetzt schon quasi im Vorfeld so prima laufen, die Stiftung sich als stabiler Magnet erweist für Menschen, die an Themen wie Hirn- oder Polarforschung oder Fragen zur „neuen Musik“ interessiert sind: Das bestärkt uns in unserer damaligen Entscheidung für den Wiederaufbau, der ja durch eine Immobilien-Tochtergesellschaft der Stiftung erfolgt.

2012 nun feiert die VolkswagenStiftung ihr „50-jähriges Arbeitsjubiläum“, wie es korrekt heißt. Was bringt die Zukunft?
Ein Stück weit weiß das natürlich immer nur die Zukunft. Na ja, ein wenig gestalten wir schon mit. Zum einen bringen wir ein fachoffenes Fellowship-Programm für Postdoktoranden auf den Weg – bisher gab es solch ein Angebot mit den Dilthey- und den Schumpeter-Fellowships nur für die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Ende 2012 wird das Kuratorium dann über die Ergebnisse der Gesamtevaluation beraten mit dem Ziel, erste Weichen zu stellen perspektivisch für die Zeit bis 2020. „Erneuern als Tradition“ ist und bleibt eben eines unserer Kernmottos. Und die nahe Zukunft, das Jahr 2012 selbst, steht durchaus auch im Zeichen verschiedener Jubiläumsfeierlichkeiten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich auf viele Treffen mit den Freunden der Stiftung und Unterstützern wie den Gutachtern, Evaluatoren und anderen Ratgebern, denen allesamt unser Dank gilt. Wir freuen uns auf reichhaltige Begegnungen mit Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland. Und für die Zeit danach haben wir ein großes Ziel vor Augen: Wir wollen auch die nächsten fünfzig Jahre so viel bewegen wie bisher – mindestens!

Interview: Christian Jung