1961
Am 19.5.1961 unterzeichnen Bund und Land Niedersachsen auf der Ahrensburg bei Bad Eilsen gemeinsam die Stiftungsurkunde und Satzung der Stiftung Volkswagenwerk mit Sitz in Hannover.
Gründung, Name und Zweck der Stiftung sind vor dem Hintergrund der besonderen Bedingungen der deutschen Nachkriegszeit zu sehen. In einem Staatsvertrag zwischen dem Land Niedersachsen und der Bundesrepublik Deutschland vom November 1959 wurden die Auseinandersetzungen um die nach 1945 ungeklärten Eigentumsverhältnisse am Volkswagenwerk beendet: Man beschloss, eine wissenschaftsfördernde Stiftung zu errichten. Nach diesem Vertrag wurde die damalige Volkswagenwerk GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 60 Prozent des Aktienkapitals wurden durch Ausgabe sogenannter Volksaktien in Privateigentum überführt, je 20 Prozent erhielten die Bundesrepublik Deutschland und das Land Niedersachsen. Der Erlös aus der Privatisierung und die Gewinnansprüche auf die dem Bund und dem Land verbliebenen Anteile des Aktienkapitals wurden als Vermögen der neu gegründeten „Stiftung Volkswagenwerk“, übertragen. Dahinter stand die Idee, in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland eine unabhängige, starke Institution zur Förderung von Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre zu etablieren.

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19.05.1961 Vertragsunterzeichnung auf der Ahrensburg bei Bad Eilsen.
1962
Am 27.2.1962 findet die konstituierende Kuratoriumssitzung der Stiftung Volkswagenwerk in Hannover statt. Den Vorstand der Stiftung bildet zukünftig ein ehrenamtlich arbeitendes Kuratorium von 14 Mitgliedern.
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Kuratoriumssitzung Anfang 1960er Jahre.
Mit der ersten Kuratoriumssitzung beginnt auch die Israel-Förderung der Stiftung – in den frühen Jahren zunächst vornehmlich konzentriert auf das Weizmann-Institut, bald auch im Rahmen des „Niedersächsischen Vorab“.
Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Gotthard Gambke wird vom Kuratorium zum ersten Generalsekretär der Stiftung Volkswagenwerk berufen.
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Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Gotthard Gambke
52,8 Millionen DM (ca. 37 Millionen Euro) an Fördergeldern wurden im Startjahr bewilligt.
1963
Die ersten anderthalb Jahrzehnte stehen insbesondere im Fokus des Engagements für die „Neue Biologie“. Wegweisend wird die Unterstützung der Stiftung für die Molekular- und Physikalische Biologie.

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Das Labor des Kölner Instituts für Genetik zu Beginn der 1960er Jahre.
1964
Erstmals fördert die Stiftung das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach im Schwarzwald – und sie tut es bis heute, vergibt etwa 1975 Mittel für das Bibliotheks- und Tagungsgebäude, später für Erweiterungsbauten und 2005 für den Ausbau der Forschungsbibliothek.
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Das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach.
1965
Startfinanzierung für die EMBO, die European Molecular Biology Organisation, mit Sitz in Heidelberg – ebenso im gleichen Jahr für die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig, wie sie später heißen sollte.
1967
Entschluss zum Bau des Radioteleskops Effelsberg, noch heute eines der größten vollbeweglichen Radioteleskope der Erde und mit umgerechnet rund 15 Millionen Euro eine der größten Einzelförderungen der Stiftungsgeschichte. Es dient der Beobachtung etwa von Pulsaren, kalten Gas- und Staubwolken, Sternentstehungsgebieten, Schwarzen Löchern und Kernen ferner Galaxien. Es wird 1971 fertig gestellt.
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Präsentation eines Modells des Radioteleskops Effelsberg.
1969
Die Stiftung gründet die HIS Hochschul-Informations-System GmbH als gemeinnütziges Unternehmen mit Sitz in Hannover. Die HIS wird 1976 von Bund und Ländern als Gesellschafter übernommen
Die Stiftung zieht in das vom Architekten BDA Prof. Dipl.-Ing. Dieter Oesterlen entworfene Verwaltungsgebäude in der Kastanienallee 35.
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Architektenmodell der neuen Geschäftsstelle der Stiftung.
1970
Die Stiftung verfasst eine erste „Positivliste“ mit definierten Förderinitiativen (wie es heute heißt); es ist die Geburtsstunde der Programme und Schwerpunkte.